Auf großer Fahrt von Citeaux nach Gravenhorst

28. Mai 2006

Frank Bölter
Reisezeit: 22.04 – 28.05.2006
Projektpräsentation: 29.05. – 30.06.2006
Eröffnung: Kunsthaus Kloster Gravenhorst, 01.06.2006 um 12.00 Uhr

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„Auf großer Fahrt von Citeaux nach Gravenhorst“ ist ein großes Tetra-pac Papierschiffchens vom Kloster Citeaux zum Kunsthaus Kloster Gravenhorst im April/Mai 2006 mit anschließender Ausstellung im Kunsthaus Kloster Gravenhorst.
Das Schiff wird mit Mönchen des Klosters Citeaux gefaltet, um anschließend an der in unmittelbarer Nähe fließenden Saône vom Stapel zu laufen. Das Faltboot wird von Hausbooten, Paddel- und kleinen Segelbooten sowie von Binnenschiffen über die mitteleuropäischen Wasserstraßen Saône, Canal de l’Est, Moselle/Mosel, Rhein, Rhein-Herne-Kanal, Dortmund-Ems-Kanal und Mittellandkanal nach Gravenhorst gezogen bzw. befördert. Die Ausstellung des Schiffes mit Reisedokumentation durch Log- und Reisetagebuch in Gravenhorst bildet den Abschluß des Projektes. Über das im Vorfeld zu erstellende Internetportal www.aufgroßerfahrtvonciteauxnachgravenhorst.com kann die Schiffsreise bei täglicher Aktualisierung (Standortbestimmung/Navigation/Logbuch) verfolgt werden. Besucher des Kunsthauses Kloster Gravenhorst werden über einen im Foyer des Kunsthauses zu installierenden Terminal auf das Projekt aufmerksam gemacht und über den Verlauf der Schiffsreise und den aktuellen Standort des Schiffes informiert.
„Auf großer Fahrt von Citeaux nach Gravenhorst“ veranschaulicht die Kultivierung Europas durch die Leistungen der Orden und Klöster spielerisch-sinnlich in einem Reiseprojekt eines Riesenpapierschiffes und ist angelehnt an den europäischen Gedanken der ersten Stunde. Ziel des Projektes ist die Integration von „kunstfernen Institutionen und Personen“ (Orden, Wasser- und Schifffahrtsämter, Wasserschutzpolizei, Urlaubsreisende, Binnenschifffahrtskapitäne, Segelschüler usw) in einen kunstimmanenten Erfahrungsprozess.

„…In einem Land voll Überfluß und Reichtum trifft Brandaan die Walscheranden an, Menschen mit Wolfszähnen, Schweineköpfen und Hundepfoten. Obwohl er zuerst nicht glauben will, dass sie Gott kennen, muss er es später zugeben. Dann begegnet er einem winzigen Menschen, der auf einem Blatt haust und dessen Aufgabe es ist, das Wasser des Meeres zu messen. Nachdem das Schiff von einem riesigen Fisch bedroht worden ist, erreicht Brandaan in gewaltiger Hitze das Ende der Welt. Unter dem Wasser läuten Glocken, wandeln Menschen und singen Vögel. Schließlich ist das Buch Brandaans, in dem er Gottes Wunder niedergelegt hat, vollendet: Er fährt nach Hause und sein Buch wird auf den Altar gelegt…“(„Navigatio Sancti Brandani“, dtv, Kindlers Literatur Lexikon).

Um der Idee der frühen Missionsreisen (Brandaan, ca. 480 bis ca. 575) gerecht zu werden, sollen Personen und Personengruppen „spontan und zufällig“ in das Projekt eingebunden werden. Es ist der Versuch, Menschen unmittelbar für dieses Kunstprojekt zu begeistern und sie für einen Beitrag zur Projektrealisierung zu gewinnen. Der typischen Gewässernutzung entsprechend werden Hausbootreisende gebeten, das Papierschiff über den Wasserwanderweg Saône und den anschließenden Canal de l’Est zu ziehen. Auf Mosel und Rhein fahrende Paddler und Kleinschiffe sollen motiviert werden, das Schiff über „ihren“ Fluss zu ziehen. Binnenschiffe werden genutzt, um das Papierschiff über den Rhein-Herne-Kanal, Dortmund-Ems-Kanal und Mittellandkanal nach Gravenhorst zu ziehen bzw. zu transportieren.
Die durch die spontane Anschauung eines schwimmenden Riesenpapierschiffes hervor gerufene Begeisterung soll genutzt werden, um die Menschen zu einem persönlichen Engagement zu bewegen. Es soll Freiraum geschaffen werden, um „Unvorhersehbares“ und „Zufälliges“ zu ermöglichen. Der hierbei erzielte Wert ist ein auf der Reise gewonnener Erfahrungswert der am Projekt involvierten Personen, unabhängig vom rechtzeitigen Erreichen des Bestimmungsortes Kunsthaus Kloster Gravenhorst. Die „Auf großer Fahrt“ erlebten Ereignisse und Begegnungen werden auf der Internethomepage veröffentlicht. So entsteht ein an die Legende vom hl. Brandaan angelehntes filmisches, fotografisches „Reisetagebuch“, dass mit dem Papierschiff im Anschluss an die Reise im Kunsthaus ausgestellt wird.

großer Fahrt von Citeaux nach Gravenhorst“ wird vom Kunsthaus Kloster Gravenhorst, den Kulturämtern der an der Reiseroute gelegenen Kommunen, sowie vom „Verein der Freunde und Förderer der Kunstakademie Münster“ gefördert. Die kooperierenden Vereine, Ruder- und Segelschulen und Behörden finden über das während der Reise entstehende virtuelle Reisetage- und Logbuch sowie Foto- und Filmmaterial Eingang in die auszustellende Projektdokumentation und werden zur abschliessenden Ausstellung ins Kunsthaus Kloster Gravenhorst eingeladen.
Gemäß dem frühen Wallfahrtsgedanken „Peregrinatio pro Deo“ ist das Ziel des Projektes, „unterwegs zu sein“. Man ist so lange unterwegs, bis man die Glückseligkeit gefunden hat. Die Reise ist auf 23 Tage terminiert. Es handelt sich um einen Schätzwert. Wie Sie der Projektbeschreibung entnehmen konnten, soll dieses Projekt Freiraum für, um in Mystik und Metaphysik der Legende des hl. Brandaan zu verbleiben, Begegnungen mit den „Walscheranden“, deren Unterstützung ich auf der Reise gewinnen will, beinhalten. In diesen Unwägbarkeiten liegt der Reiz des Projektes. Dem Risiko „des Scheiterns“ der Vollendung des Reisevorhabens steht der gewonnene Erfahrungs- und Anschauungswert aller beteiligten Personen entgegen. Ein „Erfolg“ ist folglich nicht gebunden an ein Erreichen des Zieles Kunsthaus Kloster Gravenhorst. Ein „Erfolg“ von „Auf großer Fahrt von Citeaux nach Gravenhorst“ wäre das Erzeugen von Begeisterung für und die Involvierung von vielen Personen in das Projekt. Sollte das Schiff Schiffbruch erleiden, kann zur Not auch mit Hilfe von wohlwollenden Eingeborenen ein zweites gebaut werden. Die bisher bei den vielen notwendigen Telefonaten und Gesprächen gefundene spontane Unterstützung, die dieses Projekt bei Behördenmitarbeitern wie bei Kindern auslöst, treiben dieses Projekt schon in der frühen Vorbereitungsphase voran und ermutigen zu einer Realisierung in naher Zukunft. Teil des Projektes ist, wie bereits oben erwähnt, eine Abschlusspräsentation im Kunsthaus Kloster Gravenhorst, die unabhängig von den zum Teil unvorhersehbaren Ereignissen „unterwegs“ stattfinden soll. Die dort präsentierten Dokumente sollen erzählen „von den Walscheranden und vom Ende der Welt“.

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